AKTUELLES

Ehrenmedaille post mortem für Hans Broos

Kirche und Gemeindezentrum der Comunidade São Bonifácio im Stadtteil Vila Mariana, São Paulo, 1966. Foto: William?s Fotostudio, Archiv von Hans Broos, in: Bauwelt 19/2007, S. 31.
Wohnhaus und Atelier des Architekten im Stadtteil Morumbi, São Paulo, 1971. Foto: Judith Weinstock-Montag, in: Bauwelt 19/2007, S. 28.
Wohnhaus und Atelier des Architekten im Stadtteil Morumbi, São Paulo, 1971. Foto: Judith Weinstock-Montag, in: Bauwelt 19/2007, S. 27.

Leicht schwebt der schwere Betonkubus der Kirche São Bonifácio über dem Abhang. Unter einer weitgespannten Betonattika fügt sich die Residência do Arquiteto in die grüne Gartenlandschaft. Diese und weitere Werke in São Paulo und Blumenau bilden den Grundstein für die späte Würdigung des Architekten Hans Broos mit der Ehrenmedaille "Honra ao Mérito" (post mortem) des Conselho de Arquitetura e Urbanismo de Santa Catarina, der Architektenkammer des Bundesstaates von Santa Catarina, am 8.12.2017 in Florianópolis, Brasilien. Das Department Architektur der TU Braunschweig freut sich für seinen ehemaligen Schüler und Mitarbeiter.

1921 in Gross-Lomnitz in der heutigen Slowakei geboren, diplomierte Hans Broos im Herbst 1947 als einer der ersten Absolventen nach dem 2. Weltkrieg an der Technischen Hochschule Braunschweig mit einer Studie zum Wiederaufbau des Hagenmarkts. Bis 1949 lehrte er sodann als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Friedrich Wilhelm Kraemer. Nach einer Mitarbeit im Büro von Egon Eiermann in Karlsruhe ging er 1953 nach Brasilien, wo er 1957 eine Doktorarbeit an der Universidade Federal do Rio de Janeiro vorlegte und sich dann zunächst in Blumenau, Santa Catarina, und ab 1966 in São Paulo als freischaffender Architekt niederließ. Zu seinen Hauptwerken zählt neben der Kirche mit Gemeindezentrum Comunidade São Bonifácio von 1966 und seinem Wohnhaus mit Atelier von 1971 das Benediktinerinnenkloster Abadia Santa Maria von 1976. Judith Weinstock-Montag hat spätestens 2007 das umfassende Oeuvre von Hans Broos in einem ausführlichen Artikel in der Bauwelt in Deutschland bekannt gemacht. Hans Broos verstarb am 23. August 2011 in Blumenau.

Im Rahmen der Ausstellung Findbuch Braunschweiger Schule hat sich das gtas 2015 näher mit dem Leben und Werk von Hans Broos beschäftigt. Im Zuge unserer Recherchen sind wir einer ganzen Reihe ehemaliger Studierender des Departments auf ihren Spuren in die Welt gefolgt. So haben wir auch Broos? Freund, den Journalisten Orlando Maretti kennenlernen dürfen, der sich rührend für den Erhalt des architektonischen Erbes von Hans Broos in São Paulo engagiert. Insbesondere das Wohnhaus und Atelier im Stadtteil Morumbi sollte laut Wunsch des Verstorbenen zu einem Zentrum des Dialogs über Architektur werden. Leider konnte hierfür bislang kein tragfähiges Betreiberkonzept gefunden werden und so sieht dieses wichtige Werk des brasilianischen 'brutalismo' einer ungewissen Zukunft entgegen. Die gute Nachricht: derzeit wird seitens der brasilianischen Szene der Schutz der drei Hauptwerke als Architekturdenkmäler angestrebt. Den Spuren des Architekten folgen seit 2017 auch der Filmregisseur Ladislav Kabos und die Produzentin Prof. Darina Smrzova. Wir hoffen, ihren Dokumentarfilm über Leben und Werk von Hans Broos nach dessen Fertigstellung am Department zeigen zu können.

   

Cloud Club Award 2017

Wir freuen uns mit Alina Weidenhaupt, Studierende im Master Sustainable Design, für ihren ersten Preis in der Kategorie 'Text' des Cloud Club Award 2017 mit der Arbeit:

Die Zukunft der Polymerbitumen-dichtungsbahn.
Über den Einfluss des Materialwechsels von Dichtungsbahnen auf den Menschen und sein Arbeitsleben.

Die Arbeit entstand im Rahmen des Seminars Materialgeschichten im WiSe 2016/17.

Die Veröffentlichung der online Diskussionsplattform Thesaurus Architektur

Weblaunch des Thesaurus Architektur im Foyer des Department Architektur.
(Fotos 1, 4, 5: TU Braunschweig / Felix Horn; Fotos 2, 3, 6: Daniel Götjen / teach4TU)

Thesaurus Architektur

Die neue Webseite Thesaurus Architektur wurde am 01. November 2017 veröffentlicht!

Der Thesaurus Architektur ist ein online Diskussionsforum für Studierende, MitarbeiterInnen, ProfessorInnen und Gäste des Departments Architektur. Themen und Begriffe aus Entwurf, Lehre und Forschung der verschiedenen Institute werden hier in prägnanter Form reflektiert, zur Diskussion gestellt und weiterentwickelt.

Ideen und Beiträge für den Thesaurus Architektur können ab sofort unter the.saurus(at)archithesaurus.net eingereicht werden.

 

     

Online Findbuch Braunschweiger Schule

Das "Findbuch Braunschweiger Schule" ist online!


Auf der Internetseite der Sammlung für Architektur und Ingenieurbau der TU Braunschweig (saib) erzählen exemplarische Abschlussarbeiten von 7 Jahrzehnten Architekturdiskurs, wie er in permanenter, produktiver Auseinandersetzung von Lehrenden und Studierenden an unserer Schule geführt wird.
Wie schon in der Ausstellung sind die Arbeiten nicht chronologisch geordnet, sondern anhand von Stichworten, die Verbindungen zwischen Entwürfen aus verschiedenen Zeiten ziehen. Da der Katalog direkt nach der Ausstellung bereits vergriffen war, haben wir uns zu dieser online-Version entschlossen, die um neue Stichworte, weiteres Bildmaterial und auch jüngste Arbeiten ergänzt ist und auch in Zukunft weiter wachsen soll.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Mitwirkenden sowohl für die Realisierung der Ausstellung 2015 als auch für deren virtuelles Fortlebens nun hier.

 

Zur Onlinestellung ist zudem ein Dossier in der BauNetzWoche#486, vom 6.4.2017, erschienen.

   

   

NEUE PUBLIKATIONEN

Aufbruch. Architektur in Niedersachsen 1960 bis 1980

Herausgegeben von: Lavesstiftung

Konzeption, Koordination und Redaktion: Dr. Felicia Riess, Lavesstiftung/Architektenkammer Niedersachsen.

Texte von: Karin Wilhelm, Arne Herbote, Maja Albert, Katrin Barthmann, Karen Beckmann, Vivien Bögelsack, Ekkehard Bollmann, Berthold Burkhardt, Rocco Curti, Nicole Froberg, Olaf Gisbertz, Torsten Hackfeld, Niels Juister, Ursula Kellner, Wolfgang Kil, Hilke Kleen, Ulrich Knufinke, Stefanie Krebs, Hermann Kuhl, Christiane Müller, Sonja Olschner, Holger Pump-Uhlmann, Felicia Riess, Caroline Ritter, Wolfgang Schneider, Frank Seehausen, Christina Teufer-Hansen, Simone Thulke, Christoph Uricher, Carl-Peter Mansberg, Tanja Winter, Christian Fuchs.

Gestaltung und Satz: Jovis Verlag, Susanne Rösler

ISBN: 978-3-86859-471-3

 

Gesellschaftliche und politische Umbrüche, Fortschrittsglauben und Ideale, aber auch Angst und Unsicherheit prägen die Zeit "zwischen Nierentisch und Postmoderne", wie der Architekturkritiker Wolfgang Kil die 1960er und 70er Jahre einmal treffend bezeichnet hat. Insbesondere in der Architektur zeigte sich der Aufbruch: Bauboom und technischer Fortschritt bewirkten eine wahre Zukunftseuphorie und Experimentierfreudigkeit.

Mittlerweile erweist sich der zeitgenössische Baubestand jedoch vielerorts als Belastung, gelten die Gebäude und Anlagen der Zeit als teure Sanierungsfälle. Zukunftsweisende Lösungen für die behutsame Weiterentwicklung und Anpassung des Bestands an heutige Anforderungen sind gefragt. Grund genug, sich ohne Vorurteile mit einem baukulturellen Erbe zu beschäftigen, das massenhaft das Land prägt, aber immer noch viel zu oft pauschal als minderwertig abgetan wird.

Mit einem umfassenden Katalogteil und fundierten Beiträgen zu wichtigen Themen der Zeit sensibilisiert dieses Buch für die Vorzüge einer kreativen und wagemutigen Architektur. Das einmalige Grundlagenwerk soll zur öffentlichen Diskussion anregen und damit zu Wertschätzung und Erhalt der 1960er- und 70er-Jahre-Architektur in Niedersachsen beitragen.

Einen Eindruck bekommen Sie hier.