Zum Raum wird hier die Zeit.

Raum, Zeit und Intermedialität in der Kunst des 20. Jahrhunderts

 

Blockseminar

Master M2, Diplom, Bachelor A3

 

Dr. Dorothée Brill

Einführung: 29.04.2014, 17.30-18.30

 

weitere Termine des Blockseminars:

Freitag, 16. Mai, 10-17 Uhr Seminarraum gtas
Freitag 30. Mai ganztägig in Hannover und Herford
Freitag, 20. Juni, 10-17 Uhr Seminarraum gtas

Ort: Seminarraum gtas

 

"Ich schreite kaum, doch wähn' ich mich schon weit", singt Parsifal. "Du siehst, mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit", antwortet ihm Gurnemanz in Richard Wagners Oper. Der viel zitierte letzte Halbsatz ist also die Antwort auf Parsifals Erfahrung eines ungewohnten und ungewöhnlichen Verhältnisses von Raum und Zeit. Diese Erfahrung macht er nicht von ungefähr anhand seiner eigenen Körperbewegung. Denn genau hier greifen Raum- und Zeiterfahrung unausweichlich ineinander. Richard Wagner interessierte sich für dieses Ineinandergreifen von Raum und Zeit auch hinsichtlich seiner Idee des Gesamtkunstwerks. Mit ihr ging die Verwischung jener Grenze einher, die Gotthold Ephraim Lessing gut hundert Jahre zuvor gezogen hatte: Die Unterscheidung zwischen Raum- und Zeitkünsten.

Vor dem Hintergrund dieser historischen Eckpunkte, widmet sich das Seminar dem Ineinandergreifen von Raum und Zeit in der Kunst des 20. Jahrhunderts als einem zunehmend variablen Verhältnis. Ausgewählte künstlerische Positionen werden in Bezug gesetzt zu relevanten kunsttheoretischen und soziologischen Texten, die u.a. die Interaktion von Raum und Zeit in intermedialen Kunstformen und unter sich ändernden technischen Bedingungen - wie Fotografie, Film und Video - untersuchen.

 

Teilnahmeempfehlung:

Für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft und zeitliche Kapazität zur sorgfältigen und lückenlosen Lektüre der jeweils vorbereitenden Literatur Voraussetzung, ebenso die Anwesenheit an allen Seminarterminen.  

 

Abgabetermin: 01.09.2014