Riots: Dissent and Spectres, Control and Ruptures

Symposium und Podiumsdiskussion
26. und 27. Januar 2018 · 15-22 Uhr
Akud Macht Neu

Veteranenstrasse 21 · 10119 Berlin

Vorträge, Künstlergespräche, Screenings und Performance
mit Vaginal Davis, Zena Edwards, Nadine El-Enany, Dilip Gaonkar, Dariouche Kechavarzi-Tehrani, Thomas Seibert, Benedict Seymour, Chandraguptha Thenuwara und Ala Younis

Kuratiert von Natasha Ginwala, Gal Kirn und Niloufar Tajeri
Kuratorische Assistenz: Krisztina Hunya

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung UNTIE TO TIE. Chapter 4: Riots - Slow Cancellation of the Future. On Riots and Resistance in der ifa Gallerie Berlin.

 

Hinter dem Phänomen des riots - ein Begriff, der mit "Aufruhr" nur eine unscharfe Übersetzung findet - verbirgt sich eine gewisse Gespenstigkeit und Negativität, die meist als überwältigende Zerstörung beschrieben wird. Als politisches Ereignis und gesellschaftliche Form ist der riot deshalb eine diffamierte und kriminalisierte Struktur innerhalb des progressiven und konservativen politischen Diskurses geblieben. Wie ist das revolutionäre Potenzial der Forderungen von Aufrührer*innen im Kontext der jüngeren Geschichte und der heutigen Gesellschaft zu verstehen? Die gleiche Frage gilt für die grenzüberschreitenden Muster der öffentlichen Rebellion, mit deren Hilfe aus einem riot oder Aufruhr größere Revolten, Aufstände und systemischer Wandel hervorgehen.
Riots oder Ausschreitungen bilden einen Ausnahmezustand. Sie gelten als Beweis für gescheiterte Verhandlungen und als Raum außerhalb der reglementierten Normalität von Demokratie und gesellschaftlicher Ordnung. Sie schaffen neue Formen des Dissens und haben die Tendenz, die Grundpfeiler der modernen Demokratie zu untergraben: die Achtung der Ordnung und den Schutz des Lebens, des Eigentums und des kapitalistischen Kreislaufs. Daher ist nur allzu oft infolge von riots keine Aussicht auf Gerechtigkeit gegeben. Die Haltung in Bezug auf die hinter dem Aufruhr stehenden Kräfte ist hierfür symptomatisch. Die Aufrührer*innen werden mit verschiedenen Namen bezeichnet, wie z. B. "widerspenstiger Mob", "undemokratische Masse" oder "Plünderer".
Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Spaltungen und der damit einhergehenden wachsenden Angst vor den Massen betrachtet das begleitende Programm das Thema riots in einer Reihe von Gesprächen, Performances und Filmvorführungen in einem neuen Licht. Dabei geht es um die Frage, wie Aufstände den Status quo in globalen Metropolen bestimmen und neu verhandeln, während sie sich gleichzeitig zum Testfeld eines militarisierten Urbanismus entwickeln, der schutzbedürftige und ethnisierte Gruppen ins Visier nimmt.

Weitere Informationen und der detaillierte Programmablauf hier.