Schwellenregime

Performance Kunst

Seminar A3 + M1/2 + SD

Dr. Martin Peschken
Dr. Christian v. Wissel




 

Als die Lijnbaan in Rotterdam 1953 eröffnet wurde, war damit nicht nur der Archetyp der Fußgängerzone geboren, sondern offenbar das zeitgemäße Ideal eines öffentlichen Raums. "Die Architektur unserer Zeit weckt ein neues Lebensgefühl", fühlte damals der Autor Wolfgang Koeppen, "ein Forum, das demokratisch und gute Politik ist". Wir Heutigen aber würden uns den Ort für ein demokratisches Forum sicher frei von dem kommerziellen Hintergrundrauschen einer Fußgängerzone wünschen.

Obwohl Öffentlichkeit, kurz gesagt, die freie Zugänglichkeit für alle bedeutet, gibt es offenbar sehr unterschiedliche Ideale davon, wie sie in öffentlichen Räumen umgesetzt werden soll. Die politische Theorie bleibt hier für Architektinnen und Architekten enttäuschend unspezifisch, da sie einen Raumbegriff etabliert, der sich der physisch-materiellen Dimension des Erlebens und Teilhabens weitgehend entzieht.

Im Seminar wollen wir uns kritisch damit auseinandersetzen, welchen Einfluss die architektonische und freiraumplanerische Gestaltung auf das öffentliche Leben hat. Welche physischen und atmosphärischen Schwellen implementiert die Anordnung und Funktion von Objekten im Raum und die Wahl bestimmter Materialien? Welche Verhaltensnormen werden nahegelegt und welche nicht? Welche Möglichkeiten der Aneignung bestehen, welche nicht? Welche Personengruppen werden angesprochen, welche marginalisiert? Die öffentlichen Räume von Rotterdam - die wir auf einer dreitägigen Exkursion erkunden - werden unserem Theoriediskurs die nötige Anschauung liefern.

 

freitags, den 10.11., 1.12., 8.12.2017 und 19.1.2018, 13.00-17.00 Uhr, Seminarraum gtas
Einführungsveranstaltung am 23.10.2017 um 17.00 Uhr
Exkursion nach Rotterdam, 17.-19.11.2017

 

Voraussetzung:
Abschluss des Moduls "Geschichte und Theorie 1" oder "Geschichte und Theorie 2"
Die Teilnahme am Workshop "Wissenschaftliches Arbeiten für Architekturstudierende" ist bei Belegung des Seminars Pflicht.

Teilnahmeempfehlung:
Das Department Architektur hat einen Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten erstellt. Der Inhalt dieses Leitfadens wird den Studierenden innerhalb der A3 Seminare vermittelt. Darüber hinaus bietet das Informationskompetenz-Projekt der UB eine Blockveranstaltung mit dem Titel "Wissenschaftliches Arbeiten für Architektur-Studierende" an. Diese Veranstaltung ist integraler Bestandteil aller A3 Seminare des gtas und des Instituts für Baugeschichte. Der Workload entspricht einem Leistungspunkt (1 LP) innerhalb des A3 Moduls.