Property and Ownership II - Über den Gebrauchs- und Tauschwert des öffentlichen Raumes

Performance Kunst

Seminar A3 + M1/2 + SD

Dr. Martin Peschken, Dr. des. Arne Herbote

 

Die Verteidigung und Pflege der öffentlichen Sphäre gehört zu den zentralen Werten der Demokratie. Das wird besonders deutlich in Krisenzeiten der Zivilgesellschaft, in der Angstmache, Verhetzung und die Leugnung von Fakten sie bedrohen.

War historisch der physische Raum das primäre Medium für die Meinungsbildung und den politischen Diskurs, so hat sich beides in der Moderne scheinbar in andere Medien verlagert. Aber ist, was wir heute im öffentlichen Raum tun, der niemandem und allen zugleich gehört, tatsächlich nur noch im Ausnahmefall "politisch", wie z.B. bei Demonstrationen? Ist nicht schon die tägliche Erfahrung des Anderen, das Aushalten von Diversität und Diskontinuität, das Aushandeln der Nutzung von Gemeingütern politisch? Kann nicht das Praktizieren und Infragestellen geschriebener und ungeschriebener Regeln des Zusammenlebens mit anderen - Menschen, Lebewesen, Dingen - als tagtägliche Übung und Herausforderung in Konvivalismus (convivere - zusammenleben) gelten? Bereits in der Einrichtung und Planung erweist sich, wer wo und mit welchen Mitteln ein öffentliches Interesse im Raum vertritt, als Machtfrage. Wer setzt sich (vorübergehend) durch, wer darf sich den Raum aneignen und wer wird verdrängt?

Öffentliche Räume zu gestalten ist daher eine enorme Herausforderung. Im Seminar wollen wir die verschiedenen politischen Dimensionen öffentlicher Räume zwischen Planung und ihrem praktischen Gebrauch identifizieren, um die eigene Position in diesem Prozess der Raumproduktion bewusst bestimmen zu können. Nach theoretischer Vorarbeit soll anhand von Fallstudien in Braunschweig und Berlin ein "Atlas" des Öffentlichen an und in städtischen Freiräumen erarbeitet werden.

 

Termine:
Einführung am 22.10., 15:00 bis 16:30 Uhr (Seminarraum gtas)
Tour durch Braunschweig am 29.10., 12:30 bis 17:00 Uhr
Input I am 5.11., 11:30 bis 13:00 Uhr (Seminarraum gtas)
Referate I am 19.11. um 11:30 bis 15:00 Uhr (Seminarraum gtas)
Referate II am 26.11. um 11:30 bis 15:00 Uhr (Seminarraum gtas)
Input II am 3.12., 11:30 bis 13:00 Uhr (Seminarraum gtas)
Workshop in Berlin am 7.12. und 8.12. jeweils ganztägig

 

Voraussetzungen:
Abschluss des Moduls "Geschichte und Theorie 1" oder "Geschichte und Theorie 2".

Bereitschaft zur intensiven Lektüre, empirischen Forschung und Darstellung der Ergebnisse in Text und Grafik werden vorausgesetzt. Teilnahme an allen Terminen sowie dem Workshop in Berlin ist Voraussetzung zum Bestehen des Moduls. Das Seminar kann zur inhaltlichen Vorbereitung einer Masterthesis beitragen.

Das Department Architektur hat einen Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten erstellt. Der Inhalt dieses Leitfadens wird den Studierenden innerhalb der A3 Seminare vermittelt. Darüber hinaus bietet Das Informationskompetenz-Projekt der UB eine Blockveranstaltung mit dem Titel "Wissenschaftliches Arbeiten für Architektur-Studierende" an. Diese Veranstaltung ist integraler Bestandteil aller A3 Seminare des gtas und des Instituts für Baugeschichte. Der Workload entspricht einem Leistungspunkt (1 LP) innerhalb des A3 Moduls. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Themenbereiche, Literaturrecherche, Zitieren und Bibliografieren in Präsenzterminen und Selbststudium bearbeitet. Leistung: Bearbeitung von vier Aufgaben in Form von Übungsblättern und einer schriftlichen Ausarbeitung. Organisation über StudIP - vor Beginn dort eintragen. Die erste Sitzung findet am 26.10.2018, die zweite am 30.11.2018 statt. Leitung: Dr. Simone Kibler, Projekt Informationskompetenz, UB