Ayat Tarik
Ayat Tarik ist Stadtentwicklerin, Raumplanerin und Forscherin. Ihre Schwerpunkte liegen auf integrierter und inklusiver Stadtentwicklung sowie auf dekolonialen und intersektionalen Raumtheorien. Sie hat Architektur an der Technischen Universität Braunschweig sowie an der King Mongkut’s University of Technology Thonburi in Bangkok studiert. Während ihres Studiums initiierte sie das Projekt „Quartier:PLUS“ am Schwarzen Berg in Braunschweig, in dem sie gemeinwohlorientierte Quartiersentwicklung und neue Formen des Miteinanders erforscht und Anwohner*innen in Planungsprozesse zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Politik einbindet.
Seit 2022 lehrt sie am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt der Technischen Universität Braunschweig zu partizipativen und gerechten Raumpraktiken sowie intersektionalen Theorien. In ihrer Promotion untersucht sie, wie Gemeinwohlorientierung praktisch umgesetzt werden kann, welche Transformationsprozesse dafür notwendig sind und wie intersektionale Methoden Anwendung finden. Als Frau mit irakischem Migrationshintergrund ist es ihr ein Anliegen, Sichtbarkeit in der überwiegend weiß geprägten Architektur- und Wissenschaftslandschaft zu schaffen und Impulse für eine demokratische, sozial gerechte und inklusive Stadtentwicklung zu setzen. Zentrale Fragen ihrer Arbeit betreffen das solidarische Zusammenleben in Zeiten multipler gesellschaftlicher Krisen.
Als Mitgründerin des yani.kollektivs konzentriert sie sich auf kooperative Architekturpraktiken und die Weiterentwicklung einer verantwortungsvollen, fürsorglichen Planungskultur. Ihre Arbeit umfasst Themen der Critical Care, einen bewussten Umgang mit dem Bestand sowie die Konzeption transparenter Beteiligungsformate. Mit ihrem Wissen aus Theorie und Praxis agiert sie als Vermittlerin zwischen vielfältigen sozialen Gruppen und institutionellen Akteur*innen.
Neben ihren hauptamtlichen Tätigkeiten ist sie Gründungsmitglied der Ortsgruppe „Architects4Future Braunschweig“ und Vorsitzende des Quartier:PLUS e.V.. 2024 wurde sie außerdem vom BDA Niedersachsen als außerordentliches Mitglied berufen.