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Studying

Siedlung zur Uferstraße

Seminar
Sommer '26
Jan Haevescher und Lucas Hinderberger

Die Uferstraße erzählt eine Geschichte, die im Stadtbild oft nicht sichtbar ist. Seit der Nachkriegszeit befindet sich an der Uferstraße eine Sinti- und Roma-Siedlung, deren Bewohnende über Generationen hinweg immer wieder um ihre Bleibe kämpfen mussten. Drohende Verdrängung, Konflikte mit der Stadt und der Einsatz für den Erhalt der eigenen Gemeinschaft prägen die Geschichte dieses Ortes bis heute. Unsere Arbeit macht diese oft übersehenen Perspektive sichtbar. Die Basis unseres Projekts waren Studienarbeiten, historische Zeitungsartikel, Berichte und Briefe, welche die wiederkehrenden Auseinandersetzungen dokumentieren. Inhaltlich haben wir uns an Peter Marcuses Konzept zu „right to the city“ und das Konzept des commoning orientiert. Das Verständnis von gemeinschaftlichen organisiertem Leben und dem Erhalt gemeinsamer Räume hat uns Silvia Federici mitgegeben. Diese Ansätze helfen dabei, die Uferstraße nicht nur als geografischen Ort, sondern auch als sozialen Raum zu verstehen, der durch Gemeinschaft selbst geschaffen und verteidigt wird. Um angemessen die Geschichte der Siedlung zu erzählen haben wir die Briefe und die historischen Zeitungsartikel auf Absperrband gedruckt. Die Materialität verweist auf Ausgrenzung, Barrieren und Machtverhältnisse, zugleich führt es die Besuchenden symbolisch auf die andere Seite der Grenze. Daraus soll klar werden, wie es sich anfühlt, den eigenen Lebensraum immer wieder gegen eine stärkere Institution verteidigen zu müssen. Unser Projekt lädt dazu ein, die Siedlung zur Uferstraße als Teil der Stadtgeschichte wahrzunehmen und über die Fragen von Dazugehörigkeit, Erinnerung und dem Recht auf Stadt nachzudenken.

Jan Haevescher, Lucas Hinderberger