Unsichere Freiheit – Geschlecht, Macht und Erfahrung im urbanen Raum
Die Arbeit „Unsichere Freiheit - Geschlecht, Macht und Erfahrung im urbanen Raum“ beschäftigt sich mit der Diskriminierung von Menschen aus marginalisierten Gruppen in Braunschweig. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass das „Geschlecht den entscheidenden Unterschied macht“, beim Erleben von Stadt, wie Leslie Kern in ihrem Buch „Feminist City“ erörtert. Aufbauend auf der von ihr angesprochenen Geschlechterdiskriminierung, nehmen wir bei unserer Arbeit eine intersektionale Perspektive auf, um auch weitere Formen von Diskriminierung sichtbar zu machen. Ein zentraler Aspekt der Arbeit ist dabei das Sicherheitsgefühl und das Gefühl von Angst. Insbesondere FLINTA* sind dort häufig mit Angst vor Gewalt konfrontiert, die überwiegend von Männern ausgeübt wird. Der urbane Raum bildet dabei Bühne dieser Gewalterfahrungen. Er wird von Stadtplaner*innen und den Bewohner*innen gestaltet und ebendiese Stadtgestaltung ist ein Einflussfaktor auf das Stadterlebnis. Sie unterstützt, ob sich FLINTA* in den urbanen Räumen sichere oder unsicherer fühlen. Wir stellen die These auf, dass FLINTA* und Menschen aus marginalisierten Gruppen im urbanen städtischen Raum nicht bedingungslose Freiheit genießen. Kern beschreibt, dass „die Angst von Frauen vor Männern eine geografische Logik annimmt“. Frauen finden heraus, „welche Orte gemieden werden müssen, anstatt welche Menschen“ und bilden sich eine „persönliche mentale Stadtkarte der Sicherheit und Angst“, welche durch das Stadterlebnis mit Informationen gefüttert wird. In dieser Arbeit geht es darum, Szenarien in Braunschweig aufzuzeigen, die auf ebenso einer „persönlichen mentalen Stadtkarte der Sicherheit und Angst“ markiert sind. Anhand von verschiedenen Charakteren erzählen wir Stadterfahrungen, welcher Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, alltäglich ausgesetzt sind. Wir wollen damit auf verschiedene Perspektiven und Erfahrungen aufmerksam machen, die Teil von Bewohner*innen der Stadt Braunschweig sind. Und zur Sensibilisierung von Menschen beitragen, welche nicht aktiv von den genannten Diskriminierungsformen betroffen sind.
Sophie Arnemann, Johann Karas, Emilia Vogelsanger