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Studying

Waschen ist keine Reinigung, sondern eine Verschiebung von Schmutz

Seminar
Sommer '26
Daehyeok Yang und Greta Kiesche

Das T-Shirt, das wir den Tag über getragen haben, landet am Ende des Tages in der Waschmaschine. Es ist ein alltäglicher Akt, den jeder von uns durchführt. Dabei vergisst man den Prozess des Waschens. Was verbirgt die Infrastruktur des Waschens und was genau wird eigentlich weggewaschen? In Braunschweig, wie auch in zahlreichen anderen Städten, verbirgt sich ein unterirdisches Netz aus Rohren und Leitungen, die aus jedem Haushalt, Waschsalons und Betrieben täglich Unmengen an Wasser in das Klärwerk Steinhof leiten. Hierbei werden aus dem schmutzigen Wasser einerseits unsere erwünschten Dreckpartikel gefiltert, andererseits auch jede Menge Mikroplastik. Übrig bleibt der Klärschlamm, der auf den Rieselfeldern in Watenbüttel ausgebracht wird. Dadurch gelangt das ausgewaschene Mikroplastik in Böden, Grundwasser, die Oker und somit ins Ökosystem. Dass wir täglich Mikroplastik zu uns nehmen, ist den meisten bereits bekannt. Wir kaufen den Fisch im Supermarkt, genährt mit Mikroplastik, trinken mikroplastikhaltiges Wasser und tragen Kleidung mit Plastik. Hier in Braunschweig lässt sich das buchstäblich verfolgen: vom Kleiderschrank durch die Stadt, über die Rieselfelder bis zurück in unsere Körper. Was können wir tun? Die Waschmaschine vollständig beladen, seltener waschen und bewusster einkaufen. Kleine Gesten, die den Kreislauf verlangsamen, aber nicht aufhalten. Vielleicht ist die eigentliche Frage nicht nur wie wir waschen, sondern warum wir so leben, dass wir von dem ganzen Prozess nichts mitbekommen.