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Stegreif #05 – 30 Stunden #Landtagswahlen

Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt

“It has become unmanageable to ignore the complicit role that design disciplines play in environmental degradation, social injustice, and climate crisis. Not only is new construction destructive, but it might be unnecessary. [...] A drastic change to global construction protocols is necessary: the suspension of new construction, now.” Charlotte Malterre-Barthes

“Ein Bauprogramm von 400.000 Wohnungen pro Jahr ist sozial, wenn Menschen für ihre bereits hohen Mieten gesund-saniert, angemessen-dimensioniert, leistbar-klimaneutral leben können – unter gleichen Lebensbedingungen in Stadt und Land. Nötig: Klares Signal für den Umbau der größten Ressource, den Bestand, mit längst fälliger Tiefensanierung, Neubau als Umnutzung und Nachverdichtung, kreislaufgerecht und klimapositiv verstanden von Anfang an.” Bauwende e. V.

“Dabei gilt es, den Anteil an tatsächlich notwendigem Neubau zu ermitteln und Wohnraum vor allem im Bestand zu erschließen. Der Bau aller erforderlichen Neu- und Umbauten muss von Beginn an klima- und umweltgerecht, ressourcen- und flächensparend sowie kreislauffähig umgesetzt werden. [...] Umbau muss dabei den Vorrang vor Neubau erhalten.” Architects for Future e. V. und andere Verbände

Am 9. Oktober finden in Niedersachsen Landtagswahlen statt. Der Ausgang der Wahlen wird auch darüber mitentscheiden, unter welchen politischen Rahmenbedingungen die drängenden Fragen angegangen werden, mit denen sich die Architektur als Arbeitsfeld konfrontiert sieht. Die diesem Text vorangestellten Zitate beschreiben Aspekte einer in diesem Kontext geführten zentralen öffentlichen Debatte.

Einerseits wird unter dem Begriff der neuen Wohnungsfrage auf die Folgen einer verfehlten Wohnungspolitik hingewiesen. Um Ausgleich zu schaffen und einen sozialverträglichen Zugang zur Wohnraumversorgung zu gewährleisten, hat sich die jetzige Bundesregierung das Ziel gesetzt, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr bauen zu lassen. Die Kompetenzen zur sozialen Wohnraumförderung liegen hierbei bei den Ländern.

Andererseits erfordert der Klimanotstand eine grundlegende Neuausrichtung des Bausektors. Aufgrund der Tatsache, dass Konstruktion und Nutzung von Bauwerken für große Teile der Treibhausgasemissionen, des Energieverbrauchs, des Abfallaufkommens und der Aufwendung von nicht-erneuerbaren Rohstoffen verantwortlich ist, wird von Umweltverbänden, Initiativen und politischen Gruppen die gegenwärtige Bautätigkeit hinterfragt und kritisiert.

Der Stegreif #Landtagswahlen fordert Sie auf, sich 30 Stunden mit den Wahlprogrammen der antretenden Parteien, den lokalen und regionalen öffentlichen Debatten und Berichterstattungen sowie den gesellschaftlichen Forderungen auseinanderzusetzen.

Nehmen Sie die Zitate und die dahinter stehenden Links als Ausgangspunkte Ihrer Auseinandersetzung mit dieser Thematik — und ‚wandern‘ Sie los. Beschäftigen Sie sich auf Ihrem Weg mit mindestens drei Wahlprogrammen zugelassener Parteien und untersuchen Sie diese auf Aussagen zur Architektur im Kontext von Wohnungsfrage und Klimanotstand.

  • Welche Handlungsoptionen, Maßnahmen und Projekte in Bezug auf die Wohnungsfrage zeigen die vierzehn zur Wahl stehenden Parteien auf?
  • Welchen Beitrag fordern die Parteien von dem Bausektor zur Mitigation des Klimanotstands?
  • Welche Visionen und gesellschaftliche Anschauungen stecken hinter den jeweiligen Äußerungen?
  • Wie weit bilden diese Vorstellungen die sozialen Realitäten in Niedersachsen ab?
  • Zu welchem Grad werden die Ambitionen der Parteien der Tragweite der Forderungen von wissenschaftlichen Stimmen und breiteren gesellschaftlichen Initiativen wie z. B. Architects for Future e. V., Bauwende e. V., Sozialverbänden und NGOs gerecht?
  • Sind die in den Wahlprogrammen formulierten Strategien und politischen Zielsetzungen ein Ihrer Ansicht nach angemessener Umgang mit eingangs erwähnten Problemstellungen?

Abgabeleistung

  1. Wanderkarte/Dokumentation der Recherche: Notieren Sie jeden Schritt akribisch. Schreiben Sie Äußerungen aus dem jeweiligen Wahlprogramm auf und verlinken Sie diese; notieren Sie Titel, Autor*in und Erscheinungsdatum anderer Quellen. Halten Sie – in Stichworten oder kurzen Sätzen – die Entscheidungen, die Sie treffen, fest. Welche Auslöser veranlassen das ‚Weiterziehen‘ von einer Nachricht zu einer nächsten, von einer Position zu etwas Anderem? Besonders prägnante Beiträge sollten dabei besonders markiert und knapp erläutert werden. Protokollieren Sie z. B., warum Sie etwas ausgewählt haben. Was aus diesem oder jenem Beitrag ließ Sie aufhorchen, bestimmte die weitere Suche oder rief welche Assoziationen und Reflektionen, Fragestellungen oder Fehlstellen hervor?
  2. Transfer: a) Formulieren Sie in 3–5 Punkten, was Sie sich im Rahmen Ihres Studiums an Lehrveranstaltungen und Diskussionen wünschen würden, um die aus der Wanderkarte herauskommenden Fragestellungen angehen zu können. ODER b): Gestalten und schreiben Sie eine Postkarte an eine Landtagskandidat*in mit einer plakativen Forderung und Vision aus der eigenen Perspektive.

Bewertungskritierien

  • Nutzen Sie die volle Zeit des Stegreifs. Verbringen Sie so viel Zeit wie möglich mit der inhaltlichen Auseinandersetzung und so wenig wie möglich mit der Form der Darstellung.
  • Ihre Wanderkarte sollte Ihre Reise für Andere verständlich wiedergeben. Achten Sie darauf, dass nachvollzogen werden kann, welche Entscheidungen Sie in Ihrer Recherche treffen und Ihre Wege deutlich werden (auch Sackgassen!).
  • Recherchieren Sie so weit wie möglich, kritisch und ergebnisoffen.

Zu Berücksichtigen

  • Format der Dateien: Wanderkarte: Din A1, Transfer: eigenes Format, .pdf, max. 20 MB
  • Benennen Sie die Dateien wie folgt: S05_NachnameVorname_Wanderkarte, S05_NachnameVorname_Transfer
  • Ausgewählte Abgaben sollen mit Ihrem Einverständnis auf der Webseite des Instituts veröffentlicht werden.
  • Senden Sie Ihre Dateien bitte an: gtas@tu-braunschweig.de

Termine

  • 25.–29. August ’22, 15:00–12:00
    Ausgabe > PDF hier (Download)Abgabe > bis 12:00 Uhr an gtas@tu-braunschweig.de