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Stegreif #02 – 30 Stunden hinhören #blacklivesmatter

Die Performance Künstlerin Zena Edwards über das Zuhören

Mit dem Buch Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte (1986) begaben sich May Ayim, Katharina Oguntoye, Dagmar Schutz gemeinsam mit Audre Lorde und weiteren Autorinnen auf die Suche nach der Geschichte und der spezifischen Situation eines damals in Deutschland kaum wahrgenommenen Teils der Gesellschaft. Sie legten soziale und politische Zusammenhänge von Rassismus und Geschlechterdiskriminierung offen, berichteten von eigenen persönlichen Erfahrungen und sammelten die Geschichten von anderen schwarzen Frauen unterschiedlicher Generationen. Damit machten sie auf andere Perspektiven auf die und in der Gesellschaft aufmerksam. Wir erinnern an dieses Buch, um sein Anliegen mit der globalen Empörung, den Protesten und dem zivilen Ungehorsam über strukturelle rassistische Diskriminierung zu verknüpfen, die von aktuellen Ereignissen in Folge der Tötung von George Floyd in Minneapolis ausgehen.

Oben sehen Sie die Performancekünstlerin und Dichterin Zena Edwards während ihrer Performance How Do We Listen? (2018, Berlin), in der sie über das Hinhören und Zuhören sprach.

Der Stegreif fordert Sie auf, ganz genau hin- und zuzuhören und den Erzählungen, Aussagen und Erlebnissen schwarzer Menschen aufmerksam zu folgen. Wir schicken Sie auf die Suche nach Fragen wie: Wer erzählt Geschichte und mit welchen Interessen? Wie werden diese Geschichten erzählt? Welche Stimmen finden Beachtung, welche Perspektiven werden gesehen und welche nicht, und wie verschaffen sich marginalisierte und unterdrückte Stimmen Gehör?

Als Startpunkte Ihrer Suche setzen wir die folgenden Beiträge aus verschiedenen Medien:

Video: Kimberly Jones – How Can We Win (2020)

Video: Alex Johnston – Now! Again! (2014)

Film/Dokumentation: Raoul Peck, James Baldwin – I am not your Negro (2017)

Initiative: Adefra > http://www.adefra.com/

Lesen/hören/sehen Sie sich alle Beiträge an. Wählen Sie im Anschluss daran einen Themenschwerpunkt aus. Nehmen Sie den gewählten Aspekt unter die Lupe. Machen Sie sich von hier aus auf den Weg zu weiterer, kritischer, ergebnisoffener Recherche.

Abgabe

1. Wanderkarte/Dokumentation der Recherche. Notieren Sie jeden Schritt akribisch. Schreiben Sie Titel des Beitrags, Autor/in, Erscheinungsdatum und Medium auf. Halten Sie – in Stichworten oder kurzen Sätzen – die Entscheidungen, die Sie treffen, fest. Welche Auslöser veranlassen das ‚Weiterziehen‘ von einer Nachricht zu einer nächsten, von einem Podcast zu etwas anderem? Sind es Personen, über die Sie mehr erfahren wollen, Konzepte oder (historische) Ereignisse? Besonders prägnante Beiträge und Wendepunkte der Suche sollten dabei besonders markiert und knapp erläutert werden. Protokollieren Sie z. B. warum Sie etwas ausgewählt haben. Was aus diesem oder jenem Beitrag ließ Sie aufhorchen, bestimmte die weitere Suche oder rief welche Assoziationen und Reflektionen hervor?

2. Playlist/Zusammenstellung der 5–10 most remarkable wake-up moments als Sammlung von Links. Entwerfen Sie eine Liste mit Dingen, die Sie anderen zum hören, ansehen oder lesen empfehlen würden. Dies könnten Podcasts sein, Musik, Videos, Ausstellungen, Events, Demos, Aktionen, Artikel, usw. Geben Sie dieser Liste einen aussagekräftigen Titel

Zu Berücksichtigen

Wir gehen davon aus, dass die Wanderkarte ein Vielfaches von den Beiträgen verzeichnen wird, die Sie unter Punkt 2. als Playlist artikulieren werden.

Ihre Wanderkarte sollte Ihre Reise für andere verständlich wiedergeben. Achten Sie darauf, dass nachvollzogen werden kann, welche Entscheidungen Sie in Ihrer Recherche treffen und Ihre Wege deutlich werden (auch Sackgassen!).

Nutzen Sie die volle Zeit des Stegreifs. Verbringen Sie so viel Zeit wie möglich mit der inhaltlichen Auseinandersetzung und so wenig wie möglich mit der Form der Darstellung.

Ausgewählte Playlists sollen auf der Webseite des Instituts veröffentlicht werden.

Termine

  • 18. Juni ’20, 15:00
    Ausgabe, Homepage Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (GTAS)
  • 22. Juni ’20, 12:00
    Abgabe per Email an gtas[at]tu-braunschweig.de

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