Der Fall Pruitt-Igoe. Zur Sprengung des US-amerikanischen Sozialwohnungskomplexes in St. Louis, 1972

Vortrag von SABINE HORLITZ

(freie Architektin und Stadtforscherin in Berlin)

TU Braunschweig, Altgebäude, Raum PK 4.3
Dienstag, den 28. November 2017, um 18.30

 

Der Vortrag behandelt den Fall der Sozialwohnanlage Pruitt-Igoe in St. Louis, USA, dessen Sprengung weltweit bekannt wurde als Sinnbild für ein vermeintliches Ende der Moderne. Das berühmte Bild der Testsprengung entstand zwar im Rahmen der Umbauplanung "Pruitt-Igoe Action Program" von Skidmore, Owings & Merrill 1972, wurde jedoch durch Charles Jencks polemisches Urteil, diese Sprengung leitete den Tod moderner Architektur ein, maßgeblich geprägt. Diese Sprengung wurde durchgeführt, um die Machbarkeit des Teilrückbaus zu überprüfen, das ikonische Bild der Sprengung wird jedoch teils bis heute noch als Momentaufnahme des Abrisses und Scheiterns modernen Massenwohnungsbaus rezipiert. Sabine Horitz behandelt in ihrem Vortrag sowohl die politische Instrumentalisierung des Falls Pruitt-Igoe als auch die Mieterstreiks und Aktivitäten der Bewohnerschaft, um ein differenziertes, historisches Bild der Geschehnisse nachzuzeichnen.